Samstag, 21. November 2009

San Francisco

Kalifornien, was für ein Land. Und was für eine Stadt! San Francisco ist die beste bisher. Mir gefallen die steilen Straßen, die Cable Cars, die Golden Gate Bridge und diese irgendwie ganz spezielle Atmosphäre in Kalifornien. Der Mariuhanageruch überall ist zwar etwas penetrant, aber zu verkraften. Leider war nicht viel Zeit: Ein Abend, ein Tag, ein Vormittag.

Am einzigen vollständigen Tag war geplant, ein Rad zu mieten und über die Golden Gate Brücke zu fahren. Es sah sehr nach Regen aus, aber es war die einzige Möglichkeit. Also wurden dunkle Wolken und die ersten paar Tröpfchen auch erstmal geflissentlich ignoriert (solange das noch ging)... Kaum saßen wir auf den Rädern fing es an zu nieseln. Die Wolken wurden immer dichter und je näher wir uns dem bekannten (‚und strahlend roten?’) Wahrzeichen näherten desto schlechter war es zu sehen. Schließlich musste selbst mein Vater einsehen, dass es spätestens jetzt sinnlos war weiterzufahren, wo uns Leute auf der Straße schon völlig zu recht auslachten: Zwei deutsche Touris mit frisch gemieteten Fahrrädern, selbst völlig durchnässt, mit völlig durchnässten Fahrradtaschen und Karten auf dem Lenker im strömenden Regen. Oje. Die Fahrradvermieter ließen es sich nicht nehmen in frenetischen Applaus auszubrechen, als wir wie zwei Deppen völlig durchnässt in den Laden zurückkamen. Aber immerhin: Als wir uns während der „Tour“ bei einem Yachtclub untergestellt hatten, trafen wir zwei ältere amerikanische Damen, die offensichtlich Mitleid hatten. Sie boten uns an, uns wenigstens mit dem Auto über die Brücke zu fahren. Es regnete zwar inzwischen noch heftiger und an Aussicht, oder überhaupt an Sicht war gar nicht zu denken, aber die Geste zählte. Wir nahmen gerne an und erlebten so wenigstens die Golden Gate, wenn auch an dem denkbar beschissensten Tag, den man sich dafür aussuchen kann. Den Rest des Tages wurde getrocknet, in der Stadt herumgeschleift und Kontrabass gespielt.


Jetzt Fotos.
Gefängnisinsel Alcatraz


Cable Car. Die Haltestellen sind immer mitten auf Straßenkreuzungen.

Die weiße Stadt


Touri-Pilgerort 1: Lombard Street

Heute haben wir uns ein Auto gemietet, um damit an der Küste entlang nach Los Angeles zu fahren. Golden Gate liegt zwar in der Falschen Richtung, aber bei dem Wetter...


Touri-Pilgerort 2: Golden Gate. Aufnahmen von heute. Das musste dann schon nochmal sein, nach dem Desaster gestern...



1, 2, ...
... und hopp.
(Ein Fallschirmsprung am Strand. Zwei Fotos Wert.)

In Monterey, für alle, die sich an Forrest Gump erinnern (es gibt sie also wirklich!?)


Gleichung



in Carmel




Morgen gehts, vorbei an hohen Bäumen nach Los Angeles (Endstation)

Mittwoch, 18. November 2009

Geschichtsstunde. (Boston)

Seit Samstag bin ich hier und war viel unterwegs. Ich habe hier Onkel und Tante, die mir einiges von der Innenstadt und auch Harvard zeigen konnten. Von Harvard habe ich bildermäßig allerdings nicht sehr viel... Aber es gibt alles in allem nicht viel zu erzählen, aber ich bin viel rumgelaufen.

Jetzt zum Titel.
In Boston ist so einiges für die Amerikanische Unabhängigkeit getan worden. Hier wurden sich Schlachten mit den Briten geliefert, hier hat man sich gegen die Sklaverei eingesetzt. Auch die Frauenrechtsbewegung florierte hier. Und dann war da natürlich noch diese Tea Party. Tee mit Salz. Prost.


Dieses Gebäude, das Massachusetts State House, steht dort seit 1798 und war das erste Parlament Amerikas! Das Blattgold auf der Kuppel ist wahrscheinlich eher nicht ganz so alt.
Es diente als Vorbild für Parlamentsgebäude wie das Capitol in Washington und beherbergt noch heute den "Landtag" von Massachusetts (what a word!).


Dieses Haus ist ein wenig jünger, also von 1974: der (?) John Hancock Tower. Ein Haus was Furore machte, da es schon kurz nach der Einweihung die ersten Glasscheiben zu boden warf. Außerdem lohnt es sich, mal nach Fotos zu googeln. Man findet viele Bilder die zeigen, wie faszinierend ein Hochhaus sein kann. Seht es euch an.



Insgesamt gefällt mir Bostons Vorstadtatmosphäre. Wenn man aus New York kommt, dann ist hier alles sehr klein und gemütlich. Auch ein Hancock Tower. Außerdem war fast durchgehend schönes Wetter hier (im gegensatz zu NY). An Blue Suburban Skies mangelte es jedenfalls nicht.


Hier dampft es aus den Gullis. In New York übrigens auch...
Bemerkenswert. (Wenn auch ohne Jahreszahl!)


Die nächste Gemeinsamkeit mit NY: Eine Art "Little Italy".
Seht selbst.



Die Tea Party spar ich mir jetzt. Aber natürlich versucht man hier wie überall, aus der eigenen Geschichte Kapital zu schlagen...


Das ist ein Denkmal für die Opfer des Afghanistan- und des Irakkriegs.
Auf den Plättchen sind keine Namen oder ähnliches eingraviert.
Sie sind dazu da, um das Sonnenlicht zu spiegeln.






Und jetzt noch mehr Bildung.
Dies ist der erste Taschenrechner. Also naja. (Die Schrifttafeln sind auf Hüfthöhe.) Dieser, -äh- Apparat von 1944 beherrscht die Standardfähigkeiten eines Taschenrechners. Gegenüber seinem mickrigen Nachfolger hat dieses Modell allerdings nur Vorteile. Erstens macht es was her als Wohn-, oder Arbeitsmöbel. Und zweitens bekommt man das Ergebnis schriftlich auf Papier.
Ehrlich gesagt kann er doch ein bisschen mehr. Er hat im zweiten Weltkrieg auch etwas kompliziertere Rechnungen angestellt. Außerdem war er im original noch etwas länger, so an die 16 m (hier ist eine offensichtlich gekürzte Version ausgestellt).
Für die, die es genau wissen wollen: Der Rechner wiegt ca. 35 Tonnen, wurde von Howard Aiken in Harvard erdacht und von IBM finanziert.

Und hier die Bedienoberfläche. Super. Eine Taste pro Finger. Nicht wie bei diesen Winzdingern heute, wo man -ob man will oder nicht- alles auf einmal runterdrückt.






Die New York-Fortsetzung ist da: Oben rechts könnt ihr ganz einfach zwischen den bisherigen Berichten hin und herswitchen, oder HIER klicken.

Schon gestern war Reise-Halbzeit! Morgen geht es weiter nach San Francisco...


New York II


Da es offenbar einige gibt, die Spaß an Imagine & Co hatten, kommt jetzt endlich mehr davon.

Ich bin zwar schon länger nicht mehr in New York (sondern in Boston), habe aber noch einige Bilder nachzureichen. New York war ein echter Hammer. Unbestritten ist die Stadt unglaublich faszinierend. Aber mir genügen fürs erste der Straßenlärm, das verchlorte Wasser und der kleine Spalt zwischen den Wolkenkratzern, den man, wenn man ganz genau hinsieht und die Augen zu Schlitzen verengt, als Himmel ausmachen kann...


Romantischer Regenschutz
("Love" - Robert Indiana, beim MoMA)



Ich muss jetzt doch noch was zum 11. September 2001 sagen, auch wenn ich weiß, wie ausgelatscht und breitgetreten dieses Thema ist. Ich machs kurz.
Ground Zero ist ein riesig großer Platz. Viel größer, als ich ihn mir vorgestellt hatte. Dadurch kriegt für mich das ganze Ereignis buchstäblich eine andere Dimension.






Dieses Kunstwerk, "The Sphere" (vom Würzburger Künstler Fritz Koenig), stand am Ground Zero direkt zwischen den Zwillingstürmen. Man hat es aus den Trümmern gegraben und etwas weiter südlich wieder aufgestellt. Man könnte sagen, ein überlebender Berichtet.




Ein Bild, das ich mich ebenfalls nicht verkneifen kann.
Der einzige Unterschied übrigens zu allen anderen Bildern dieser Art: Ich habe es geschossen!
Das habe nicht ich geschossen. Mein Vater wars.
Auch ein MUSS, so ein Bild.




Hachja, man wird halt auch nicht dünner...



Wenigstens eine West-Side-Story-Treppe (nachträglich).


Kreative Parkhaus-Benennung.

(Dieses Parkhaus bot als "Special Offer" 9 Dollar pro halbe Stunde an. Ein echtes Schnäppchen.)



Bericht aus Boston lesen? HIER klicken!

Donnerstag, 12. November 2009

New York

Am Flughafen wurde man von einer korpulenten Dame der Reihe zugeteilt, an der man sich zur Passkontrolle anstellen sollte („Thirty-Nine, Baby, Thirty-Nine“).
Eine erste Bestätigung der Erkenntnis:
In New York ist alles breiter. Die Busse, die Autos, die Straßen, die Menschen, die Polizeiuniformen, die Toilettenschüsseln, die Sprache (Beispiel: Die Fahrstuhlansage nach der Fahrt auf das Dach des Rockefeller-Centers: „Welcome to the Top of the Rock!“ oder vielmehr: „Walcome to the Tap of the Rack!“).
Außerdem kommen einem viele Gedanken aus der Rubrik „Es gibt sie also wirklich!“:
Die tausend gelben Taxis mit den Reklameschildern auf dem Dach.
Die Fenster zum Hochschieben.
Die Westside-Story-Feuertreppen.
Die Trucks mit den langen Schnauzen.
Die Schulbusse...


Der Blick aus dem Hotel geht direkt auf dem Central Park. Schräg links vor mir steht das „Essex House“, dessen Schriftzug schon auf dem berühmten Foto „Lunch atop a Skyscraper“ im Hintergrund zu sehen ist (zugegebenermaßen echt klein, direkt über dem Kopf des 6. Herren von links).


Blick aus dem Hotel



"Lunch atop a Skyscraper" (Auf der Baustelle des Rockefeller Centers)
(Foto: Charles C. Ebbets)





The Dakota



Das Dakota Building ist schräg dahinter gut zu sehen (hier ein Bild aus nächster Nähe). Das Wohnhaus John Lennons. Hier wurde er ermordet. Gestern war ich dort. Viele Menschen fragen den Türsteher: „Ist das der Ort wo John Lennon erschossen wurde?“ Ihm bleibt nichts anderes übrig als den ganzen Tag „Yes, right here“ zu sagen und auf die Stufe zu deuten, wo der Beatle zu Boden ging. Wenn man genau an dieser Stelle steht, beginnt man sich über die Sinnlosigkeit dieser Tat Gedanken zu machen. Ausgerechnet an diesem Abend war Lennons Limousine nicht in den Innenhof gefahren. Er wollte noch ein paar Schritte zu Fuß gehen.


Eingang zum Dakota



Direkt an seinem Haus liegt „Strawberry Fields“, ein Abschnitt des Central Park. Das Wort IMAGINE ist hier auf dem Boden in ein rundes Mosaik eingelassen. Ein Gitarrist spielte und sang Lennon- und Beatles-Lieder. Ich habe mitgesungen.





Der Geruch auf den Straßen ist eine Mischung aus verbranntem Essen und Urin. Und Abgasen. Der Straßenlärm ist unerträglich laut und die Busbremsen quitschen wie Lokomotiven. Massen an Autos.
Das Times Square (oder Der? Die alte Nutella-Frage...) erinnert ein bisschen an Tokio/Shibuya (die Riesenkreuzung). Überall sind riesige Leuchttafeln, die für Coca-Cola und Toshiba werben.


Times Square


Hier noch ein paar Bilder.

Werbung in der U-Bahnstation




Verschwörung




Baaaaaank im Central Park

Apple Store New York

Künstlereingang

Brahms Sinfonie Nr. 1, Violine II

Sold out


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